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| Mein Manifest für die Erde: Jetzt handeln für Frieden, globale Gerechtigkeit und eine ökologische Zukunft
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Nichts Neues, aber schön gemacht
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Michail Gorbatschow, 1985-91 Präsident der UdSSR, stammt aus relativ armen Verhältnissen und ist einer der wenigen Politiker, die ihre Mission tatsächlich in der Verbesserung der Welt zum Wohl aller Menschen sehen. Er leitete eine radikale Wende der Ostpolitik ein, zog die Truppen aus Afghanistan ab, rüstete zunächst einseitig Atomwaffen ab und er ermöglichte die deutsche Wiedervereinigung. Dafür erhielt er 1990 den Friedensnobelpreis.
Auch nach dem Ende seiner Regierungszeit engagiert er sich für die Welt, seit 1992 als Mitbegründer des "Green Cross International". Als die drei zentralen Herausforderungen des 21.Jahrhunderts sieht er die Erhaltung des Friedens, den Schutz der Umwelt sowie die Bekämpfung der Armut. Alle wesentlichen Probleme dieser Welt, seien es Terror, Drogen, Kriminalität, Artensterben oder Treibhauseffekt, sieht er als Symptome, die durch Erreichen dieser 3 Ziele gelöst würden. Die Ziele und auch die Probleme dieser Welt stellt er im Zusammenhang dar und belegt sie mit einigen Zahlen. Er erzählt auch einige autobiografische Details, darunter sein Erlebnis der Tschernobyl-Katastrophe 1986, die ausgerechnet in seiner Amtszeit passierte und aus der er viele Lehren zog. Im Anhang liefert er mit einer "Erd-Charta" eine Art Welt-Grundgesetz zur Erreichung und Wahrung dieser Ziele.
Zumindest bei der Armut hätte ich eine tiefer gehende Ursachenanalyse gewünscht, z.B. die Überbevölkerung, der keine angemessene Geburtenkontrolle gegenüber steht. Oder die extrem ungleiche Kapitalverteilung der Welt, durch die die 3.Welt nicht nur ausgenutzt, sondern insbesondere durch eine immer höhere Verschuldung sogar gezielt an ihrer Entwicklung gehindert wird. Viele Länder können vor lauter Zinsen nicht mehr tilgen - die Schuldenfalle, geschweige denn irgendetwas in ihre Menschen oder Umwelt investieren.
Die Inhalte dieses Buches sind letztlich nichts Neues. Dennoch wütet die Konsum- und Wegwerf-Gesellschaft unvermindert weiter. Gorbatschow erinnert an die Verantwortung der Menschheit für diesen Planeten und will mehr Bewusstsein schaffen: wir verändern unsere Welt in wenigen Jahrzehnten in einer Weise, dass sie auf Jahrtausende belastet, verseucht und unwiederbringlich zerstört wird. Wenn wir schon nicht an uns selbst denken, so sagt er, sollten wir wenigstens an unsere Nachkommen denken.
Eine Rezension von Christian von Montfort > Barcelona, Katalonien
vom 20. November 2004 | | |
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